2006-10-01 17:51:33
Online-Werber nutzen wachsendes Potenzial von User-Generated-Content-Portalen
Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens In-Stat erfreuen sich User-Generated Content-Webseiten (UGC) auch in Zukunft immer größerer Beliebtheit. Bis 2010 werden die Downloads von selbst erstellten Internet-Inhalten auf Seiten wie YouTube und MySpace die 65 Mrd.-Grenze überschreiten. Die Größe der Downloads soll innerhalb der nächsten vier Jahre auf 1,1 Exabyte ansteigen, das Upload-Volumen klettert auf über 9,1 Petabyte, so die Einschätzung der In-Stat-Analysten. Die rasante Entwicklung dieses Marktes zieht auch die Werbewirtschaft an. Demnach steigen die Umsätze aus Bannerwerbung und anderen geschalteten Online-Anzeigen auf UGC-Portalen bis 2010 auf mehr als 850 Mio. Dollar.
In einer früheren Studie stellte In-Stat bereits fest, dass UGC-Portalbetreiber wie AOL, Google oder Yahoo trotz der frühen Entwicklungsphase innerhalb der kommenden Jahre mit einem starken Anstieg der Werbeeinnahmen rechnen dürfen.
"Die Demokratisierung der Medien hilft den Usern ihre Meinung auszudrücken, den Inhalt zu beurteilen und ihre favorisierten Videos zu wählen", erläutert In-Stat-Analyst Michael Inouye einen der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der UGC-Webseiten. Experten führen den stetigen Anstieg der angebotenen Inhalte und Webseiten unter anderem auf die Abstimmungsmöglichkeiten zurück. Wie im Buchhandel gibt es auch hier das Bestseller-Phänomen. Durch das Voting der User werden die interessanten Inhalte nach oben gereiht. Ohne die Möglichkeit selbst Kommentare zu den Inhalten abzugeben wären diese Seiten vermutlich uninteressant. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Identifikation der User mit den Inhalten oder den Produzenten der Videos. Die Mediennutzungszeit der Internet-User hat sich in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung von UGC-Portalen verschoben.
Die Ergebnisse der In-Stat-Studie weisen auch auf die Entwicklung des mobilen Zugriffes auf UGC-Webseiten hin. Bislang unterstützen rund 23 Prozent der Portale den Zugriff über Mobiltelefone, der Anteil soll in Zukunft weiter steigen, da Mobiltelefone bereits heute viele Applikationen besitzen, die teilweise aber noch nicht genutzt werden. Noch würden User den Einstieg über PCs bevorzugen, die zur Verfügung stehenden Programme und Möglichkeiten wären hier bekannter. Darüber hinaus würde aber auch die Höhe der Gebühren für den mobilen Internetzugriff eine wichtige Rolle spielen. Um die Nutzung der UGC-Portale durch Handy-Nutzer zu verstärken, sind Flatrates notwendig, wie sie heute bei Breitband- oder Telefonanschlüssen üblich sind. So könnten in Zukunft unter anderem Videos, die mit dem Mobiltelefon erstellt wurden, sofort upgeloadet werden. (pte)