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2006-08-10 12:30:28
Sachsen entzieht Bwin (BetandWin) die Lizenz
Dem Online-Sportwetten-Anbieter bwin.com (BetandWin) wird das Anbieten von Sportwetten mit der Androhung von Zwangsgeld untersagt - das Verbot gilt für ganz Deutschland
Als Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverfassungsgericht vom März diesen Jahres untersagt der Freistaat Sachsen dem Sportwettanbieter bwin das Anbieten von Sportwetten.
Sofortvollzug "Betandwin e.K. werden damit im Freistaat Sachsen das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten sowie die Werbung hierfür untersagt", teilte das sächsische Innenministerium am Donnerstag in Dresden mit. In Sachsen dürfe allein der Freistaat selbst Sportwetten veranstalten oder ausrichten lassen. Für die Untersagungsverfügung gelte der Sofortvollzug unter Androhung von Zwangsgeld. Die Untersagung gilt konkret für die Unternehmen betandwin in Neugersdorf und bwin.com Interactive Entertainment AG. Das österreichische Unternehmen BetandWin war vor kurzem in bwin umbenannt worden.
Gilt für ganz Deutschland Der vom Freistaat Sachsen gegen den börsenotierten Wiener Sportwettenanbieter bwin (vormals BetandWin) verordnete Lizenzentzug gilt für die gesamte Bundesrepublik, betonte am Donnerstag der sächsische Innenstaatssekretär Jürgen Staupe. Eine behördliche Genehmigung fehle für das gesamte Bundesgebiet.
Onlineangebot von bwin blocken Demnach könnten die Landesmedienanstalten die Onlineangebote von bwin auch mit technischen Mitteln blocken. Die Höhe des Zwangsgeldes bezifferte Staupe mit 25.000 Euro, weiters wären Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren möglich, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Der deutschen bwin-Tochter sowie der Konzernmutter wurde untersagt, in Sachsen Sportwetten anzubieten und dafür zu werben.
Schadensersatzklage angekündigt bwin-Vorstand Manfred Bodner ist empört über die Entscheidung des sächsischen Innenministeriums, dem Unternehmen die Wettlizenz zu entziehen. "Das ist ein Übergriff der Politik". Die Vorgehensweise Sachsens, die Auswirkungen auf ganz Deutschland hat, "wird Konsequenzen für die Politiker haben", so Bodner. Er betonte, dass bwin eine deutsche Wettlizenz habe, man "agiere klar auf gesetzlichen Boden". Zuletzt hatte bwin angekündigt, notfalls mit einer 500 Millionen-Euro-Schadensersatzklage gegen die Entscheidung Sachsens vorzugehen. Diese werde man auch einbringen, kündigte Bodner an.
bwin Aktien verlieren Die bwin-Aktien verloren Donnerstagvormittag an der Wiener Börse in der Spitze bis zu 13% auf knapp über 20 Euro. Nach 10.45 Uhr lagen die bwin-Titel mit 20,97 Euro um 8,79 Prozent unter Vortagesschluss. Am Mittwoch waren die bwin-Aktien um fast 30% abgesackt.
Neuer Name bwin seit 1. August 2006 Mit der kurzen neuen Marke bwin will man die Assoziation "be a winner" herbeiführen, wohingegen das Wort "bet" im bisherigen Markennamen BetandWin von vielen als negativ empfunden wurde, begründeten die beiden Vorstände Manfred Bodner und Norbert Teufelberger den Namenswechsel auf bwin.
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