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2008-09-03 10:23:41   AddThis Social Bookmark Button AddThis Feed Button
Christoph Pichler
Christoph Pichler

Der neue Google-Browser: Chrome

Zum bevorstehenden 10-jährigen Firmenjubiläum greift Google nun Microsoft mit dem eigenen Web-Browser "Chrome" an: Microsoft dominiert den Browsermarkt trotz wachsender Konkurrenz durch den immer populärer werdenden Webbrowser Mozilla-Firefox immer noch deutlich.
Den neuen Google-Browser "Google Chrome" gibt es nun seit gestern zum Download. Das Ziel sei lt. Google ein Browser, der schneller, benutzerfreundlicher und sicherer sei als vergleichbare Browser.

Wenn Chrome bei den Nutzern gut ankommt, könnte dies die Gewichte im Internet noch weiter zugunsten von Google verschieben, denn Google ist die dominierende Kraft bei Werbung im Internet und bietet zahlreiche Programme und Dienste von E-Mail über Online-Officeanwendungen bis zum virtuellen Globus Google Earth an.
Zugleich dürfte der Vorstoß als Browser-Anbieter sehr genau von Datenschutz-Aktivisten beobachtet werden: Google wird oft vorgeworfen, zu viele Daten seiner Nutzer zu sammeln.

Die Konkurrenz im Browser-Bereich nahm zuletzt deutlich zu. Meistgenutzte Software ist Microsofts Internet Explorer. Der IE-Marktanteil beträgt derzeit laut Marktforschern rund 75 Prozent – nach mehr als 90 Prozent noch vor einigen Jahren. Auf Platz zwei folgt demnach mit knapp 20 Prozent  Firefox.

Chrome nutzt Elemente von Apples Webkit und von Mozillas Firefox; die JavaScript-Engine, die wichtig für die Geschwindigkeit des Browsers und für künftige Webanwendungen sei, habe man allerdings neu entwickelt.

Google Chrome bietet laut Google wichtige Neuerungen für die Stabilität und die Integrität der Anwendung, so können Tabs mit einzelnen Webseiten oder Anwendungen getrennt voneinander wie einzelne Prozesse in einer Art Sandbox betrieben werden.

Optisch hat Chrome u.a. die Darstellung von URL´s verändert. Diese werden nun für jeden Tab einzeln im Kopfbereich des Browsers angezeigt, Google nennt diesen Bereich "Omnibox". Adresseingaben und Suchanfragen verschmelzen in einer Eingabebox, dazu kann man - wenn man diese Funktion nicht deaktiviert - eigene Eingaben automatisch analysieren und nach Eingabe von wenigen Buchstaben vervollständigen lassen, entsprechend den Surfgewohnheiten in der Vergangenheit.
Pop-Up Fenster werden grundsätzlich nicht automatisch geöffnet, statt dessen werden sie in Form eines Schalters optional angezeigt.
Die am häufigsten besuchten Webseiten werden als verkleinerte Bilder dargestellt, was an das Speed-Dial von Opera erinnert. Sowieso kennt man viele Funktionen bei Chrome in ähnlicher Form bereits von Opera und Firefox. Allerdings setzt Chrome bewusst auf Minimalismus und konzentriert sich auf die wesentlichen Dinge.

In Punkto Sicherheit setzt Google mit Chrome u.a. auf eine ständig aktualisierte Liste von bekannten Schadseiten, vor deren Besuch der Nutzer aktiv gewarnt wird. Damit sollen Phising-Attacken und das Einschleusen von Schadcode reduziert werden.  Eine weitere Sicherheitsfunktion soll der "Inkognito-Modus" bieten. Besucht der User im Inkognito-Modus Webseiten, so hinterlässt das lt. Google auf seinem Rechner keinerlei Datenspuren, weder im Browser selber noch an anderer Stelle.

Laut Google sei man wegen Unzulänglichkeiten bisheriger Browser zu dem Entschluss gekommen, eine eigene Browser-Software zu entwickeln. Hinter den Kulissen sei bei Google die Sorge gewachsen, Microsoft könnte mit seinem Browser Nutzer für seine eigene Suchmaschine gewinnen, was Googles Marktanteil drücken würde, schreibt das Wall Street Journal.

Microsoft hatte erst vor wenigen Tagen die zweite Testversion seines neuen Internet Explorer 8 vorgestellt, der mit den aktuellen Ausgaben von Firefox und Safari mithalten kann und einige Neuerungen wie besondere Datenschutzfunktionen (IPrivate)bietet. Die InPrivate-Funktion könnte Google das Geschäft mit Online-Werbung erschweren. Der Google-Browser soll aber ähnliche Einstellungen ermöglichen, bei denen der Nutzer Daten für sich behalten kann.

Experten sehen in Googles Vorstoß den Versuch, eine eigene IT-Plattform zu schaffen: die Bestrebungen gehen dahin, dass Programme nicht mehr auf dem lokalen Rechner des Nutzers laufen, sondern direkt im Browser. Damit würde man Microsoft umgehen.




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