Die EU-Kommission hat ihre Frist zur Überprüfung der Übernahme von DoubleClick durch Google um mehr als zwei Wochen verlängert. Angesichts von Nachbesserungen seitens Google in Bezug auf Wettbewerbs-Bedenken verzögere sich die Entscheidung und werde nun spätestens am 13. November fallen, erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission. Ursprünglich wollte die EU-Behörde ihre Überprüfung der DoubleClick-Übernahme im Wert von rund 3,1 Mrd. Dollar (2,1 Mrd. Euro) noch in diesem Monat abgeschlossen haben. Die DoubleClick-Übernahme ist unter anderem auf starke Kritik bei Microsoft und Yahoo gestoßen, die beim Rennen um DoubleClick nicht zum Zug gekommen sind. Durch die Fusion wird ihrer Ansicht nach der Wettbewerb eingeschränkt.
US-Senatsauschuss befasst sich mit DoubleClick-Übernahme durch Google Der für Wettbewerb zuständige Unterausschuss des US-Justiz-Senats hat sich im September in einer Anhörung mit der geplanten Übernahme von DoubleClick durch Google befasst. Die Politiker hegen Bedenken wegen möglicher Auswirkungen auf den Wettbewerb und auf die Privatsphäre der Nutzer und hatten deshalb u.a. Vertreter von Google und Microsoft zu einem Hearing geladen.
Microsoft argumentiert, daß der weltweite Google-Marktanteil an Suchanfragen bereits 70 Prozent betragen würde und Google dadurch dadurch bereits jetzt auf einem von zwei Hauptfeldern des Online-Werbemarkts, der Suchmaschinen-Werbung, eine dominante Position einnimmt. Durch die Übernahme von DoubleClick würde Google im zweiten Bereich der Online-Werbung, der Werbevermarktung von Display-Advertising (Bannerwerbung & Co.) sowie bei kontext-sensitiven Werbeeinblendungen auf anderen Websites, einen Marktanteil von 80 Prozent einnehmen. Diese doppelte Dominanz könne sich negativ auf den Wettbewerb auswirken. Zudem würde Google durch DoubleClick Kontrolle über eine große Datenbank an Informationen über das User-Veerhalten im Internet gewinnen und erhalte die Möglichkeit, diese Informationen anzureichern, was grundlegende datenschutzrechtliche Fragen aufwirft. Google argumentiert damit, dass die Nutzer von einer zunehmend persönlich zugeschnittenen, also nützlichen und relevanten Werbung profitieren würden. Zudem habe sich Google bereits intensiv dem Datenschutz verschrieben und beispielsweise im Sommer angekündigt, Suchanfragen generell nach 1,5 Jahren zu anonymisieren. Online-Werbung unterstütze die freie Verbreitung unterschiedlicher Meinungen, da es Googles Geschäftsmodell Website-Betreibern und auch Bloggern ermöglicht, mit ihrem Content Werbeeinnahmen zu generieren.
Video: Google Senior Vice-President David Drummond testifies before Senate Judiciary Committee