2008-07-24 14:29:39
Google-Knol: Google macht Wikipedia Konkurrenz
Google hat seine bereits seit einiger Zeit
angekündigte Wikipedia-Konkurrenz Knol knol.google.com
gestartet. Die Plattform, die sich derzeit noch in einer Beta-Testphase
befindet, soll laut Google zur Wissensverbreitung und als
Informationsquelle im Internet dienen. Das Motto: "Knol: a unit of knowledge".
Im Gegensatz zu
Wikipedia, das auf die "Weisheit der Massen" setzt, rückt bei Google-Knol der einzelne Autor in den Mittelpunkt. So sollen auf dem Knol-Portal
vor allem Einzelautoren oder kleinere Gruppen von kooperierenden
Autoren unter ihren realen Namen Beiträge veröffentlichen. Google
hofft, durch die Stärkung der Position der Autoren eine höhere Qualität
zu erzielen. Auch für Experten, die nicht wollen, dass ihre Texte von
anderen verändert oder ergänzt werden, soll die Plattform interessant
sein. Diese können vor dem Posting ihrer Knol-Beiträge ausdrücklich
festlegen, ob sie eine weitere Bearbeitung ihrer Texte wünschen oder
nicht.
Optimierungsbedarf bei Auffindbarkeit von Wissen im InternetAngekündigt
wurde der Start des Knol-Projekts dabei eher durch die Hintertür. In
einem Blogposting geben Cedric Dupont, Knol-Produktmanager und Michael
McNally, Softwareentwickler bei Google, einen kurzen Einblick in die
Hintergründe. "In den Köpfen der Menschen ist eine enorme Menge an
Informationen gespeichert. Millionen von Menschen wissen nützliche
Dinge und Milliarden könnten davon profitieren", erklären die beiden
Google-Mitarbeiter in ihrem Posting.
Knol soll diese Menschen
dazu ermutigen, ihr Wissen in die Online-Welt miteinzubringen und es so
für alle zugänglich zu machen. Derzeit finde sich zwar eine ungeheure
Menge an Informationen im Netz, doch nicht alles davon sei unbedingt
wissenswert. Auch was die Auffindbarkeit von bestimmten Online-Inhalten
betrifft, gebe es noch einigen Verbesserungsbedarf.
Knol-Eintrag mit Namen versehenKernpunkt
von Googles neuer Wissens-Plattform soll der einzelne Autor sein. "Das
Schlüsselprinzip von Knol ist die Autorenschaft. Jeder Eintrag wird
mit dem Namen des dafür verantwortlichen Autors versehen", heißt es in
der Blog-Meldung zu Knol. Es sei durchaus vorstellbar und auch gewollt, dass
mehrere Knol-Beiträge zum selben Thema von unterschiedlichen Knol-Autoren eingestellt werden.
Trotz der Ausrichtung auf den erkennbaren einzelnen Autor, soll bei Knol die gegenseitige Kooperation von Autoren
gefördert werden. "Wir stellen hierfür eine neue Methode des
Zusammenarbeitens vor, die wir 'Moderated Collaboration' nennen. Bei
diesem Ansatz kann jeder registrierte Nutzer Änderungsvorschläge zu
einem bestimmten Text vorbringen. Der jeweilige Autor kann diese dann
akzeptieren, ablehnen oder verändern noch bevor die neue Fassung für
die Öffentlichkeit ersichtlich ist", schildern die Google-Mitarbeiter.
Auf diese Weise hätten die Autoren zu jeder Zeit die volle Kontrolle
über ihre Beiträge.
Mit Knol Geld verdienen ist möglichUm
möglichst viele Nutzer zur Mitarbeit bei Knol zu bewegen, will Google
der Autorenschaft die Möglichkeit bieten, ein wenig Geld mit dem
Verfassen von Beiträgen zu verdienen. So können Knol-Autoren auf der
Plattform Werbung von Google AdSense in ihre Einträge integrieren.
"Wenn ein Verfasser sich dafür entscheidet, Werbung miteinzubinden,
werden wir ihn an den dadurch erzielten Einnahmen beteiligen",
versprechen die Google-Mitarbeiter.