2006-04-02 10:28:49
Fast alle Journalisten verwenden Google
"Google
ist das neue Tor zur Wirklichkeit, auch im Journalismus", erklärt der
Kommunikationswissenschafter Stefan Weber in der Studie "So arbeiten Österreichs Journalisten für Zeitungen und Zeitschriften".
Die Studie wurde von KommAustria
und dem Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) veröffentlicht, rund 300 Zeitungs- und
Zeitschriftenjournalisten wurden befragt.
Das Ergebnis: Journalisten googeln fast so viel wie sie
telefonieren. 95 Prozent der Journalisten nützen die Suchmaschine Google zumindest manchmal.
Für
Publizistikprofessor Fritz Hausjell ist das angesichts des schlampigen
Umgangs im Journalismus bei der Angabe von Quellen ein Warnsignal: "Ist
Journalismus nur mehr das, was zwischen gegoogelten Inhalten an
Verbindungssätzen Platz hat?" Zumal die neuen Suchmaschinen-Technologien von den
meisten Printjournalisten nicht nur als Segnung betrachtet werden:
Jeden zweiten stresst laut Studie das Internet, Männer übrigens mehr
als Frauen.
Wie
arbeiten Österreichs Printjournalisten außerdem? Sie leiden. Unter
Info-Flut und Zeitdruck. Sie leiden, weil sie
ihre Texte nicht unterbringen, weil Wirtschaft und Politik immer
größeren Einfluss auf ihre Arbeit ausüben und Konflikte zwischen
Redaktion und Anzeigenabteilung immer heftiger werden. Immer mehr
arbeiten mit freien Dienstverträgen und sind unzufrieden mit ihrer
Bezahlung. Eine triste Bestandsaufnahme, die Journalistengewerkschafter
Fritz Wendl immer noch für "geschönt" hält, klammere sie doch
Arbeitsbedingungen von privaten TV- und Radiojournalisten aus.
"Google-Journalismus" sei lediglich Resultat permanenten Zeitdrucks.