|
 |
 |
2007-04-14 08:25:01
Google kauft DoubleClick für 3,1 Milliarden USD
Wie CNET heute berichtet kauft Google den Online-Werbevermarktungsspezialisten DoubleClick. Eigenen Angaben zufolge lässt sich Google die DoubleClick-Übernahme 3,1 Milliarden US-Dollar kosten. Damit sticht Google seine Konkurrenten Microsoft, Yahoo und AOL aus, die sich ebenfalls für DoubleClick interessiert haben sollen. Auch der Werbeagentur-Multi WPP soll Interesse an DoubleClick gezeigt haben, dieser Deal war aber wohl sogar für WPP-Boss Martin Sorell etwas zu gross. Google, das den Mitbewerbern bereits im Bereich Search-Marketing und Content-Targeting weit voraus ist, besetzt damit auch die Online-Werbe-Geschäftsbereiche Adserving von Rich-Media- und Banner-Werbung sowie Behavioral-Targeting, auf die Doubleclick spezialisiert ist.
Mit der DoubleClick-Akquisition baut Google seine Vormachtstellung im Online-Marketing mehr als deutlich aus und zementiert nun frühzeitig sein Quasi-Monopol in der weltweiten Online-Werbevermarktung. So will Google Content-Anbietern (Online-Medien etc.) künftig einen noch mehr verbesserten Zugang zu Online-Werbekunden bieten. Agenturen und werbetreibenden Unternehmen verspricht Google mehr Effizienz bei ihren Online-Werbe-Kampagnen. "Es war unsere Vision, die Internetwerbung einfacher, effizienter und nützlicher zu machen. Gemeinsam mit Doubleclick lösen wir dieses Versprechen gegenüber Usern, Werbetreibenden und Content-Anbietern ein", meint Google-Mitbegründer Sergey Brin zur Übernahme.
Was für eine Firma ist DoubleClick? Im September 1995 ging dem DoubleClick-Gründer Kevin O‘Connor "ein Licht auf“, wie er selbst einmal in einem Interview erzählte – das war die Geburtsstunde von DoubleClick. "Wir begriffen, dass Werbung ein Schlüssel für das Internet sein würde und wir hatten ein Produkt, das ein Schlüsselproblem lösen konnte.“ DoubleClick entwickelte eine Adserving-Software, mit der Werbekunden und Werbemedien Werbung gezielt auf die Internetseiten einblenden konnten (DART for Advertisers und DART for Publishers). Zudem gelang es, durch den gezielten Einsatz von Cookies, nicht nur Informationen über die Websites einzuholen, sondern auch über den jeweiligen Surfer.
1998 ging DoubleClick an die Börse, der DoubleClick-Aktienkurs kletterte schnell. Die extrem hoch bewerteten Aktien ermöglichten es Doubleclick, mehrere Konkurrenten im Online-Werbebereich aufzukaufen. Doch dann wurde der Börsenliebling Ziel heftiger Kritik – und sogar von Klagen. Kritiker warfen Doubleclick vor, die Persönlichkeitsrechte von Internetnutzern zu verletzen. Durch den Kauf der Direkt-Marketingfirma Abacus war Doubleclick in der Lage, Informationen über Web-Nutzer mit deren echten Namen, Telefonnummern und Adressen zu verbinden. Ein geniales Konzept, doch zuviel für die Datenschützer... DoubleClick CEO O‘Connor musste schließlich seinen Hut nehmen, der Aktienkurs fiel im Zuge des Platzens der Dot.Com-Bubble um 90 Prozent.
Doch dank der gut gefüllten Unternehmenskasse überlebte DoubleClick die folgende Rezession in der Online-Werbung. Und 2003 machte DoubleClick erstmals Gewinn, 2004 verdoppelte sich das Plus auf rund 30 Millionen Dollar. Die zuvor stark geschrumpften Umsätze kletterten um 10 Prozent. Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und JMI Equity nahmen den Online-Werber daraufhin in einer 1,1 Milliarden Dollar schweren Finanz-Transaktion von der Börse. Nach Schätzungen lag der Gewinn von DoubleClick zuletzt bei ca. 50 Millionen Dollar. Nun streifen die "Heuschrecken" 2 Milliarden USD mit dem gelungenen Google-Coup ein...
|
|
 |
 |
![]()
|