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2006-10-09 21:17:20   AddThis Social Bookmark Button AddThis Feed Button
Herwig Seitz
Herwig Seitz

Google kauft Video-Portal YouTube

Nach tagelangen Spekulationen ist eine neue Megafusion im Internet nun fix: Für 1,65 Milliarden US-Dollar kauft Google das Online-Videoportal YouTube. Die Übernahme soll noch heuer im letzten Quartal abgeschlossen werden. Den Inhalt liefern neben den Nutzern nun auch Universal Music und Sony BMG. Google erreicht damit einen Marktanteil in der Video-Suche von über 50%. Bei YouTube.com werden rund 35.000 Video-Clips täglich eingestellt, rund 6 Mio User besuchen YouTube pro Tag.

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Teil einer breit angelegten Strategie
Google setzt sich durch die Übernahme mit einem Schlag an die Spitze des neuen Markts für Videoclips im Internet. Bisher hatte der weltweit führende Suchmaschinenbetreiber mit seiner eigenen Video-Seite laut dem Marktforscher Hitwise im wichtigen US-Markt nur elf Prozent Marktanteil, Marktführer YouTube kommt auf 47 Prozent. Google-Chef Eric Schmidt sagte, die YouTube-Übernahme sei Teil einer breit angelegten Strategie, in den wachsenden Markt für Videos im Internet zu investieren. An YouTube sollen auch Microsoft, Yahoo und News Corp. interessiert gewesen sein.

Der bisher größte Google-Deal
Die Übernahme ist der bisher größte Deal in der achtjährigen Geschichte von Google. Gleichzeitig wird mit YouTube erstmals eine der rasant gewachsenen Web 2.0-Internet-Plattformen, die auf der Beteiligung der Nutzer basieren, mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Das erst im Februar 2005 gegründete YouTube hat bisher noch keine Gewinne erwirtschaftet, ist aber mit weltweit 72 Millionen Usern in kürzester Zeit zu einer der größten Attraktionen im Netz und damit für die Werbewirtschaft hochinteressant geworden.
Spekulationen über das unmittelbar bevorstehende Geschäft hatten den Preis für Google-Aktien an der Nasdaq mehr als zwei Prozent auf 429 Dollar in die Höhe getrieben. Im nachbörslichen Handel kletterte die Aktie weiter auf 432 Dollar zu. In den vergangen zwei Handelstagen hat Google damit fast vier Mrd. Dollar an Marktwert gewonnen - mehr als zwei Mal so viel wie der Kaufpreis für YouTube.
Google wird den Kaufpreis in eigenen Aktien bezahlen. Wie viele Aktien für die Transaktion ausgegeben würden, werde nach dem Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage zwei Tage vor Abschluss der Akquisition bestimmt, so Google in der Pressemitteilung. YouTube behält seinen Firmensitz im kalifornischen San Bruno und wird weiterhin unabhängig von Google arbeiten. Die YouTube-Beschäftigten werden ebenso übernommen wie die Gründer Chad Hurley und Steve Chen.

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Videoclips
Bei youtube.com können angemeldete Nutzer eigene Videoclips veröffentlichen, die von anderen Mitgliedern der Community bewertet werden. Weil einige Nutzer auch Raubkopien von Fernsehsendern und Plattenfirmen in ihre Beiträge integrierten, sah sich YouTube zuletzt mit juristischen Problemen konfrontiert. Unmittelbar vor Abschluss des Deals teilten Google und YouTube nun mit, Vertriebsverträge mit der Musikindustrie geschlossen zu haben. Diese könnten juristische Hindernisse einer Übernahme beseitigt haben.

Einigung mit Universal
Die Universal Music Group erklärte am Montag, über die Verbreitung von Musikvideos auf der YouTube-Internetseite sei eine Verständigung erzielt worden. Einen ähnlichen Vertrag hatte das Internet-Unternehmen bereits mit Warner Music unterzeichnet. Weniger als eine halbe Stunde nach der Ankündigung von Universal Music teilte auch Google mit, seinerseits Verträge mit der Warner Music Group und Sony BMG zum Vertrieb von Musikvideos geschlossen haben. Auch YouTube kündigte einen Vertrag mit Sony BMG an, das der deutschen Bertelsmann AG und der japanischen Sony gehört.

"Dieses Geschäft sieht sehr überzeugend für Google aus"
Die Börsen begrüßten den Deal. "Dieses Geschäft sieht sehr überzeugend für Google aus", sagte Scott Kessler von Standard & Poor's. "Google hat viele Dinge richtig gemacht, aber sie ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus." Die Übernahme von YouTube durch Google verstärkt auch den Druck auf Yahoo, das an der ebenfalls auf das "Social Networking" spezialisierten Plattform facebook.com interessiert ist. "Yahoo muss jetzt wirklich etwas tun", sagte der Investmentbanker Roger Aguinaldo. (APA/AP/Reuters)







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