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2006-07-07 13:01:20
Markenwertstudie: Red Bull ist Österreichs wertvollste Marke
Wie schon in den Vorjahren ist Red Bull die wertvollste Marke
Österreichs: Der Energy Drink steierte seinen Markenwert um fast 25%
auf knapp 10 Mrd. €. Unter den von Millward Brown ermittelten
wertvollsten Brands Europas läge Red Bull damit auf Rang 13. In
Österreich bleibt die Swarovski Gruppe mit 4,6 Mrd. € die zweitteuerste
Marke – gefolgt von Spar Österreich (3,2 Mrd. €). Das ergab die
aktuelle Markenwertstudie, die 127 Marken analysierte, die zu
mindestens 45% in österreichischem Eigentum stehen.
Die Aufsteiger 2006 kommen freilich aus der Gaming Industry: Die
Novomatic Gruppe (Admiral Sportwetten) steigerte sich um ganze 59%
gegenüber 2005 und verdrängte mit 1,2 Mrd. € Markenwert den ORF (932
Mio. €) aus den großen Zehn. Auch der Wettanbieter betandwin.com konnte
seinen Markenwert um 34% pushen.
Grund für den Boom der Glücksspiel- und Wettanbieter seien nicht allein
die Lust am Spiel, sondern auch die hohen Investitionen dieser
Unternehmen in Technologie und Dienstleistungen. Die vier Unternehmen
aus dem Glücksspielbereich – Casinos Austria, Österreichische
Lotterien, Betandwin, Novomatic – erreichen 24% des Markenwerts der Top
Ten.
In Summe sind die zehn wertvollsten heimischen Marken mehr als 31 Mrd.
Euro wert. Sie wuchsen gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 11,5%.
Im Vergleich dazu ist die Gesamtheit der 127 Marken, die analysiert
wurden, um 10,5% gewachsen. Verluste hinnehmen müssen die ÖBB (-2,4%),
die sich auf dem vierten Platz halten konnten und die Austrian Airlines
(-11,8%), die vom achten auf den neunten Platz abrutschten. Die
Mobilkom konnte ihren Markenwert deutlich ausbauen (+17%). Die anderen
Unternehmen kommen auf Steigerungsraten von unter 5%. Der Markenwert im
Bereich Medien – bestehend aus ORF, Styria und News – zeigt mit -4%
rückläufige Tendenz.
Ein weiterer Trend: Industrie und Versorger werden immer
„markenaffiner“. Der Markenwert der OMV stieg um 291 Mio. €; auch
Marken wie Verbund und Bewag sind im Vormarsch. Besonders wichtig sei
das Markenmanagement in der Konsumgüter-,Telekommunikations- und
Tourismusbranche. Hier würden die „großen“ Brands entwickelt. Durch das
Entstehen einer globalen Wirtschaft und den zunehmendem Wettbewerb
seien Marken zum Kernelement der Unternehmenspolitik aller Branchen
geworden, betonte jedoch Christian Reitterer von der International
Advertising Association. Vor allem an die KMU ging der Appell, in die
Markenentwicklung zu investieren. Dadurch können sich Kundenbindung,
Deckungsbeiträge und Gewinne erhöhen und die Volatilität der Cash Flows
und damit Risiko verringern. Seit 1. März gibt es die ON-Regel 16800
des ÖNORM-Institutes mit dem Titel „Verfahren zur Bewertung des
immateriellen Vermögensgegenstands ‚Marke‘“. Diese Regelung, die von
Experten aus Industrie und Werbung, aber auch Wirtschaftsprüfern,
Rechtsexperten und Investment Bankern entwickelt wurde, sei weltweit
einmalig.
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