2008-02-01 15:53:31
Microsoft will Yahoo um 45 Milliarden Dollar kaufen: neues Übernahmeangebot
Lange erwartet - nun ists wohl bald soweit: Mit einer Milliardenübernahme von Yahoo will Microsoft nun Google angreifen. Microsoft legte heute ein Angebot für Yahoo im Volumen von 45 Milliarden Dollar vor.
Yahoo bezeichnete das Offert vn Microsoft zwar als unerwünscht, sagte aber eine Prüfung zu. Der Yahoo-Aktienkurs legte um 56 Prozent zu. Microsoft ist bereit, 31 Dollar je Yahoo-Aktie in Microsoft-Aktien und bar zu zahlen. Dies entspricht einem Aufschlag von 62 Prozent zum aktuellen Akteinkurs. Bis Ende 2008 könne lt. Microsoft die Fusion abgeschlossen sein. Das Yahoo-Management erklärte, das Angebot im Sinne der langfristigen Interessen seiner Aktionäre zu prüfen. Dies werde vor dem Hintergrund der eigenen strategischen Pläne geschehen.
"Wir haben großen Respekt für Yahoo", erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer. "Gemeinsam mit Yahoo können wir attraktivere Angebote für Verbraucher, Verleger und Werbekunden anbieten." Gleichzeitig könnten die beiden US-Konzerne sich besser für den Wettbewerb bei Online-Diensten in Stellung bringen. Es gebe vier Bereiche, in denen Synergien erwartet würden. Diese dürften mehr als eine Milliarde Dollar im Jahr ausmachen. Yahoo verfügt mit 250 Millionen Kunden über den am häufigsten benutzten E-Mail-Dienst der Welt, zudem gehört die Marke Yahoo! zu den Bekanntesten im Internet.
"Wir wissen alle, warum sie das machen", sagte Robert Breza von RBC Capital Markets. Ziel sei es, sich im Kampf gegen Google zu stärken. "Microsoft hat eine Kriegskasse voller Geld", sagte er. Jeden Monat komme eine weitere Milliarde Dollar hinzu. Auch strategisch sei der Kauf günstig, schon allein wegen der Markt-Anteile am Suchmaschinenmarkt. Dort führt Google mit großem Abstand (60%) vor Yahoo (20%) und Microsoft (10%).
Einige Analysten halten den Preis für die Yahoo-Übernahme zu hoch. Tim Smalls von Execution: "Für ein kränkelndes Unternehmen wie Yahoo ist der Aufschlag aus meiner Sicht exorbitant. Ich sehe nicht, wie die Microsoft-Yahoo-Synergien sich gegen Google durchsetzen sollen." Dagegen sprach Paul Mendelsohn von Windham Financial Services von einem sinnvollen Deal, weil Yahoo derzeit Schwierigkeiten habe, gegen Google zu bestehen.
Microsoft hatte vor einigen Tagen einen Gewinn von 4,7 Milliarden Dollar für das 4. Quartal vorgelegt, ein deutlich besseres Ergebnis als erwartet. Yahoo erlitt dagegen einen Gewinneinbruch und kündigte einen Stellenabbau an. Die Yahoo-Aktien lagen bereits zu Jahresanfang nahe an einem 4-Jahres-Tief. Im lukrativen Online-Werbemarkt ist Yahoo in den letzten Jahren massiv hinter Google zurückgefallen - 2007 hat Google das 5-fache an Werbeumsätzen erzielt wie Yahoo.
Google hatte allerdings gestern mit seinen Quartalszahlen für Q4 2007 die überhöhten Erwartungen der Anleger und Analysten enttäuscht (s. Google-Umsatz 2007). Analysten meinen, Google falle es zunehmend schwer, im Suchmaschinen-Markt Anteile von seinen Rivalen abzujagen. Zudem hat Google im vergangenen Quartal nicht mehr so viele neue Mitarbeiter eingestellt wie zuvor. "Von Microsofts Seite her ist das Timing gut", meinen Experten.