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2007-10-19 22:30:16   AddThis Social Bookmark Button AddThis Feed Button
Christoph Pichler
Christoph Pichler

Was ist Online-PR?

PRVA-Präsident und Telekom-Blogger Martin Bredl heute im "Standard" zum Thema Online-PR: "Online-Kommunikation hat sicher bereits einen hohen Stellenwert in der Gesamtkommunikation von Unternehmen und Organisationen. Aber es gibt speziell bei den so genannten Web 2.0-Applikationen einen großen Aufholbedarf. Blogs, Wikis und soziale Plattformen sind ideale Tools um in einen Dialog mit der Öffentlichkeit zu treten. Hier passiert noch sehr wenig. Der Grund liegt meines Erachtens darin, das viele Verantwortliche noch nicht erkannt haben, dass in Zukunft die Reputation eines Unternehmens oder einer Organisation von der Transparenz im Internet abhängt."

Ja, da hat Martin Bredl wohl Recht, denn Online-PR ist mehr als nur das Versenden von Presse-Infos per eMail und mit Blogs, Wikis und Social Networks nennt er einige Online-PR-Tools. Und Aufholbedarf ist bei den PR-Abteilungen der österreichischen Unternehmen wirklich gegeben.
Wo findet man auf Unternehmens-Websites in Österreich einen RSS-Feed? Gerade mal bei der Telekom Austria, schon im Pressecorner von Top-100-Unternehmen wie mobilkom, OMV oder Wienerberger sucht man vergeblich.
Und das, wo Bill Gates schon 2004 meinte: "Websites and email are outmoded ways of communicating with customers. Blogs and their Real Simple Syndication (RSS) are the answer.“
Ein RSS-Feed erleichtert das Abrufen von aktuellen Informationen von einer Website oder einem Blog, lt. einer Studie verwendet bereits jeder fünfte Journalist RSS-Feeds!

Was sind nun Online-PR bzw. Online-Relations?

Lt. Wikipedia-Definition: Online-PR ist Öffentlichkeitsarbeit bzw. Public Relations, die vorwiegend das klassische, zum Teil auch das mobile Internet nutzt, um mit realen oder virtuellen Bezugsgruppen zu kommunizieren. Übergreifendes Ziel von langfristig angelegter Online-PR ist, einen Beitrag zur Reputation (Wertschätzung, Image) einer Organisation beizutragen; konkret geht es um die Sicherung und idealerweise eine Steigerung der digitalen Reputation.

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Und konkret? Was sind die Tools von Online-PR? Was ist wichtig?


Die Website als Online-PR-Tool
Für Unternehmen ist eine Website wichtigste Form der Präsenz im Internet selbstverständlich. Oft ist aber unklar, welche Ziele eigentlich mit der Website verfolgt werden. Vom Blickpunkt der Online-PR sollte die Unternehmens-Website dem Unternehmens-Image (CI, Corporate Identity) entsprechen und Interessenten schnell und aktuell informieren. Für Journalisten sollte ein Presse- bzw. Medien-Corner vorhanden sein, in dem aktuelle Unternehmensdaten, Presseinformationen und Fotos bereitstehen. Ein gut gestalteter Pressecorner mit RSS-Feed spart beiden Seiten Zeit: dem Journalisten werden schnell die wichtigsten Informationen geliefert, die PR-Abteilung muß nicht für Basis-Informationen kontaktiert werden. Aktualität ist natürlich ein Muß!

Blogs
Ein Weblog (kurz: Blog) ist öffentlich einsehbares Online-Tagebuch oder Online-Journal. Mittlerweile gibt es Millionen von Blogs, der Großteil wird zwar wohl nur vom Blogger selbst gelesen, aber Blogs können Meinung machen und Meinung verbreiten. Für Unternehmen ist es deshalb wichtig, via Blog-Monitoring zu beobachten, was in Blogs über das Unternehmen geschrieben wird. Und es macht Sinn, als Unternehmen selbst aktiv mit einem Weblog in Dialog mit seinen Zielgruppen zu treten. Ob als Corporate-Blog, in dem die Mitarbeiter schreiben (z.B. blogmax von Baumax), oder als CEO-Blog, wo ein Chef schreibt (z.B. General Motors: Fastlane-Blog).

Web 2.0: Social-Networks, Wikis, YouTube etc.

Das Schlagwort Web 2.0 steht primär für "User Generated Content" (Blogs, YouTube, etc.) und "Social Networks" (XING, Facebook, etc.), also schnelle und einfache Anwendungen im Internet, die für Online-PR wichtig sind, da sie Resonanzfelder sind, die es zu beobachten gilt (Monitoring) und die man proaktiv für Online-PR nutzen kann. Die Video-Plattform YouTube ist eine der meist-genutzten Websites im Internet...

Google: Das Tor zum Internet
Alle verwenden Google, viele User haben Google als Startseite eingestellt, Web-Adressen (URLs) werden oft nicht mehr in der Browser-Zeile eingetippt, sondern im Google-Suchschlitz eingeklopft. Die Ergebnisseite von Google wird bereits oft mit der Titelseite einer Zeitung verglichen - wer dort auf der 1.Seite vorkommt ist präsent. Wer nicht, ist und bleibt unsichtbar! Nachrichtenrecherche läuft über Suchmaschinen wie Google, und wer ganz oben steht, dessen Botschaft wird gelesen. Online-PR muß dem Rechnung tragen, ob bei Imagekampagnen oder im Krisenmanagement. Studien zeigen, daß Journalisten fast so viel "googlen" wie sie telefonieren! 95% der Journalisten verwenden Google für ihre Recherchen. Für Online-PR ist es also extrem wichtig, Präsenz bei unternehmens-relevanten Themen auf Google zu schaffen.

Reputation-Management

Good News zu verbreiten ist um vieles einfacher, als Bad News zu verhindern. Und Bad News breiten sich im Internet biltzschnell aus und bleiben präsent. Die wohl anspruchsvollste und schwierigste Aufgabe von Online-PR ist sicher Online-Reputation-Management. Also darauf zu schauen, was geschrieben/gesagt wird (s. Monitoring) und darauf "richtig" zu reagieren...

Monitoring

Wie schon erwähnt, das Monitoring darüber, was so im Internet (in Blogs, Diskussionsforen usw.) über ein Unternehmen geschrieben wird, ist essentiell, da es sowohl über den Erfolg von Online-PR-Maßnahmen Auskunft gibt, aber auch zur Marktforschung beitragen kann und eine Alert-Funktion über negative Berichterstattung ist.

Presse-Infos per e-Mail
Online-PR ist also weit mehr als nur das Versenden von Presse-Infos per eMail. Aber auch dabei gibts einiges zu beachten. Ressort-spezifische Verteiler sind "technisch" kein Problem, erfordern aber einiges an Recherche und Know-how. Nachtrag: Was passieren kann, wenn man per Giesskannen-Prinzip Presseinfos versendet, ist hier beschrieben: "Sorry PR-People: You´re blocked." Basics wie der richtige Einsatz von Attachments sollten mittlerweile bekannt sein...

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