2007-03-22 08:12:52
Second Life Werbung: wenig Akzeptanz
Second Life: Keine ideale Plattform für Werber?
Die Marketing-Aktivitäten von Unternehmen in Second Life erfüllen häufig nicht die Erwartungen, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Das Marketing-Engagement realer Unternehmen in der virtuellen 3D-Welt Second Life trifft in der Regel auf wenig Akzeptanz bei den Second-Life-Bewohnern. Das zeigt eine Studie der Hamburger Agentur Komjuniti unter 200 Nutzern. Lediglich 7 Prozent glauben daran, dass Second Life das Markenimage positiv beinflussen und Kaufanreize bieten könne. Mehr als ein Drittel der Befragten kannten die dort repräsentierten Markenangebote überhaupt nicht, 42 Prozent glauben nicht an ein langfristiges Engagement von Unternehmen, die derzeit in Second Life Promotions machen.
"Die Enttäuschung kam nicht sonderlich überraschend", sagt Nils
Andres von Komjuniti. "Der mediale Hype um Second Life
in den traditionellen Medien führt zu überhöhten Erwartungen, die die
Technik und beteiligten Unternehmen derzeit überhaupt nicht erfüllen
können."
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Dennoch sind gravierende Mängel bei der Betreuung von Second Life
Usern identifiziert worden. So berichteten die Teilnehmern, dass mehr
Interaktion zwischen ihnen und den vertretenden Marken wünschenswert
wäre. Gerade der Schutz durch die Anonymität ihrer Persönlichkeit in
Second Life führt bei den Avataren zu einer bisher unbekannten
Offenheit und einem Verlangen nach einem intensiven Austausch und
Mitwirkung. Des Weiteren wirken einige Markenstandorte in Second Life
zeitweise wie ausgestorben und hinterlassen bei den Usern so den
Eindruck mangelnden Interesses anderer Avatare an den Leistungen der
Unternehmen. Auch hohe kumulierte Besucherzahlen der Standorte konnten
diesen Eindruck bei den befragten Teilnehmern nicht abmildern.
"Wir konnten erkennen, dass Unternehmen die Herausforderungen aus
der realen Welt eins zu eins und ohne nachhaltige Lösungen in die
virtuelle Welt überführen", so Andres, "Derzeit werden die
Markenstandorte in Second Life eher wie Werbekampagnen behandelt, die
mit der Hoffnung einer hohen Besuchsfrequenz und eines hohen PR-Werts
platziert werden." Der Erfolg von Marken in Second Life ist aber
abhängig von einer andauernden Betreuung und einem durchdachten
Themenmanagement, die bei den Avataren dauerhaftes Interesse generieren
und so überhaupt erst ein positives Markenerlebnis erzeugen.
"Erfahrungen und Lerneffekte aus realen Freizeit- und Vergnügungsparks
können dabei für die Markenhersteller als Planungsgrundlage sehr
hilfreich sein", so der Experte.
Am positivsten wurden Marken aus Industrien wie dem Hotelgewerbe
und dem Einzelhandel beurteilt. "Diese Unternehmen haben bereits
erhebliche Erfahrungen aus dem Standort- und Erlebnismarketing in der
realen Welt. Diese Marketingdenke ist überaus
förderlich für die Second Life Aktivitäten, weshalb es sinnvoll ist,
bei der Planung auch Mitarbeiter aus dem klassischen Vertrieb und
Eventmanagement hinzuzuziehen."
Ziel muss es sein, Marken Communities um die Second Life Standorte
zu bilden und langfristig zu betreuen. Markenhersteller müssen daher
ganzheitliche Konzepte entwickeln, die eine aktive Einbindung und
Betreuung der Second Life Teilnehmer berücksichtigt, ein dauerhaftes
Themenmanagement garantiert und so ein organisches Wachstum über die
Second Life Bewohner ermöglicht. Einmalige Werbeaktionen werden von den
Second Life Usern langfristig mit Nichtachtung abgestraft und können
negative Rückwirkungseffekte auf die Marken im realen Leben der
Konsumenten provozieren.