|
 |
 |
2006-07-26 11:56:40
Sprachdialogsystem kann Google Zugang zu TV verschaffen
Google will in Zukunft parallel zu Fernsehsendungen Informationen via PC liefern, berichtet Informationweek.
Damit könnten sich völlig neue Marketing-Möglichkeiten für die
Werbebranche eröffnen. In einem Blog schlagen zwei Google-Forscher vor,
eine sogenannte Ambient Audio Identification Technologie zu verwenden,
um den Ton des Fernsehers via PC einzufangen, die laufende Sendung zu
identifizieren und direkt Such-Ergebnisse dazu über Google zu bekommen.
"Das System kann den Benutzern folgen, während sie durch die Kanäle
schalten, ihnen ein Echtzeit-Forum einer politischen Debatte in der
einen Minute präsentieren und einen Ad-hoc Chat Room zu einem
Sportereignis in der nächsten", schreiben Michele Covell und Shumeet
Baluja im Google Research Blog.
Marketingspezialisten sehen in der kombinierten Suchfunktion über
TV-Ton und Internet eine neue Werbemöglichkeit: Denn sie sind immer
daran interessiert, so viele Informationen über den Kunden zu sammeln
wie möglich, um genau zu wissen, wer welche TV-Sendung zu welchem
Zeitpunkt ansieht. Auch zusätzliche, kundenspezifische Informationen
über Produkte und Dienstleistungen sind denkbar, so dass der neue
Service auch Kundenbindungsstrategien unterstützen könnte. Schließlich
gibt es immer mehr erlebnisorientierte Konsumenten, die auf
maßgeschneiderte Angebote geradezu warten. Oft besäßen Unternehmen
nicht die notwendigen Strukturen, um herauszufinden, mit welchen
Dienstleistungen sie ihre Kunden am besten an sich binden könnten,
erklärt Thorsten Posselt, Professor an der Bergischen Universität
Wuppertal.
Diese Lücke könnte das neue Google-TV-Angebot nun schließen. Dass die
Sprachdialogtechnik hierfür ausgereift ist, entsprechende Aufgaben zu
lösen, ist unbestritten, meint Bernhard Steimel, Sprecher der
Brancheninitiative Voice Business, die in diesem Jahr zum dritten Mal
die Bonner Voice Days veranstaltet: "Sprachanwendungen haben sich in
den vergangenen zwei Jahren rasant weiterentwickelt und sind vielfältig
einsetzbar". Getrieben von der wachsenden Bedeutung des mobilen
Internets werde die Sprachautomatisierung für unterschiedliche
Einsatzzwecke mit anderen Medien zusammengeführt. Spracherkennung und
Sprachausgabe, ob netzbasiert oder im Endgerät eingebaut als
Bedienfunktion, solle mit graphischen Benutzerschnittstellen sinnvoll
zusammenwirken.
"Sprachdialogsysteme sind nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken", meint auch Detlef Artelt,
der Geschäftsführer von aixvox und Herausgeber des Voice Kompass, einem
Kompendium mit Fachinformationen zum Hersteller- und Dienstleistermarkt
der Voice Branche. Wie bei anderen Technologien hätten auch
Sprachdialoge eine Realisierungskurve gebraucht. Jetzt gebe es
ungezählte Beispiele für den Einsatz von Sprachanwendungen. So hat der
Automobilzulieferer Siemens VDO Automotive angekündigt, die
Möglichkeiten bei der Sprachsteuerung zur Bedienung unterschiedlicher
Funktionen im Fahrzeug zu erweitern. Zurzeit seien rund 70.000 Orts-
und Straßennamen mit der Spracherkennung von Navigationssystemen
adressierbar. 2012 soll das System bis zu 300.000 Wörter verarbeiten
können. Dazu muss das System nun Vokabeln lernen, berichtet Auto Service Praxis
Denn der durchschnittlich genutzte Wortschatz umfasst im Deutschen etwa
10.000 Wörter. Der Duden enthalte im Vergleich dazu rund 130.000
Stichwörter. Vor allem für die Navigationseingabe sei ein großer
Wortschatz Voraussetzung. (pte)
|
|
 |
 |
![]()
|