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2006-10-17 10:31:07
YouTube und Co werden die US-Wahlkämpfe prägen
Werden Web-2.0-Seiten wie YouTube und Co. zum bestimmenden Faktor in Wahlkämpfen? Immer mehr US-Politiker entdecken Web-Videos als Medium für die eigenen Botschaften.
Jüngst machte der Chef der britischen Torys, David Cameron, mit seinen Video-Blogs von sich reden. Wenig verwundern kann es da, dass Polit-Polemiken auch über Videos im Netz laufen. Cameron wurde von einem Labour-Abgeordneten via YouTube vorgeführt - ein Umstand, der sich aber eher als Nachteil für den jungen Labour-Mann erwies.

"Trackers": Schlüsselfiguren im Wahlkampf Im Wahlkampf um den US-Kongress (gewählt wird am 7. November) spielen Plattformen wie YouTube eine entscheidende Rolle. Mittlerweile werden eigene Teams ausgesandt, "Trackers", die den politischen Gegner mit Videokameras verfolgen. Ziel der "Trackers" ist, möglichst viele peinliche Szenen des politischen Gegners aufzunehmen.
Der Fall George Allen Jüngst zog der republikanische Senator aus dem US-Bundesstaat Virginia, George Allen, ungewollt Aufmerksamkeit auf sich. Sein demokratischer Rivale James Webb hatte einen "Tracker" auf Allen angesetzt. Und der nahm auf, dass Allen den Mann mit der Kamera einen "Makaken" nannte. "Makake" bezeichnet eine afrikanische Affenart und ist zugleich eine rassistische Verunglimpfung. Ein 20-jähriger College-Student namens S. R. Sidarth stellte das Video ins Web, und dank Video-Plattformen wie YouTube verbreitete es sich rasant.
Wirkung dank Video "Wenn man das aufgeschrieben hätte, hätte es nicht annähernd die Wirkung gehabt", meint Kristian Denny Todd gegenüber Reuters. Todd organisiert den Wahlkampf von Webb. "Was man auf dem Video sah, war die Art, wie er das Ganze sagte, wie er seinem Gegenüber ins Gesicht lachte. All das kann man nicht in Worten sagen", so Webb. Andere Videos führen die Mitglieder des Senats nicht minder vor. So kann man auf YouTube den republikanischen Senator Conrad Burns (Montana) beobachten, wie er während einer Ausschusssitzung gegen den Schlaf kämpft. "Jeder, der eine Videokamera besitzt und ein bisschen kreativ ist, kann im politischen Prozess eine große Rolle spielen", meint Phil Noble von PoliticsOnline.
Direkte Aufmerksamkeit Carol Darr vom George Washington Institute for Politics, Democracy and the Internet (IPDI) meint, dass Amateurvideos deshalb so beliebt seien, da sie nicht die klassische Polit-Rhetorik wiedergeben würden. "Die Videos erhalten eine direkte Aufmerksamkeit von den Menschen - sie erscheinen real und menschlich." Experten meinen schon jetzt, dass Web-2.0-Anwendungen wie MySpace und Co. gerade im US-Präsidentschaftswahlkampf 2008 eine zentrale Rolle einnehmen würden.
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