2007-01-16 16:44:35
AOL startet Österreich-Portal aol.at mit
AOL.at ist seit heute online. Österreichischen Internet-Usern steht nun
ein AOL-Portal mit Österreich-Content zur Verfügung. Für das zum
Time Warner-Konzern gehörende Internet-Unternehmen ist dieser
Web-Service nach AOL-Deutschland, AOL-Frankreich und AOL-Großbritannien das vierte europäische AOL-Landesportal.
AOL.at präsentiert sich als Mixtur aus
internationalem und nationalem Content mit
Entertainment, Kommunikation und Sicherheit.
So liefern „DerStandard.at“
die News und Sport1.at die Sportberichterstattung.
Dazu kommen Entertainment-Inhalte von Time Warner, verschiedene Web
2.0-Services und Informationsschwerpunkte in den Bereichen Autos,
Finanzen, Gesundheit sowie Computer & Software. Das
Content-Spektrum soll auch weiter ausgebaut werden und im Q4/2007 sollen
Paid-Services eingeführt werden. Zum Investitionsaufwand und zu den
wirtschaftlichen Zielen in Österreich machte AOL keine Angaben.
Hauptziel ist natürlich die Werbevermarktung der Online-Werbeflächen an die österreichische Werbewirtschaft, das Werben auf AOL.at ist aber - zumindest heute noch - "Forbidden", so die Meldung auf der Seite, zu der man kommt, wenn man auf "Werben bei AOL" clickte...
Der österreichische Internet-User hat wohl nicht wirklich
auf AOL.at gewartet und der Trend im Web geht ja eigentlich in eine andere
Richtung: wer Unterhaltung will, sucht auf Web 2.0-Portalen wie YouTube oder
MySace sein Vergnügen, wer News und persönlich relevante Informationen beziehen
will, stellt sich via RSS-Feeds sein eigenes Info-Menu zusammen.
Web-Traditionalisten sind mit dem Angebot der heimischen Portale zufrieden und
gar nicht so wenige glauben ohnehin, dass das ganze Internet aus dem Portal
ihres Providers besteht. Daraus resultieren wohl auch die kolportierten
bisherigen 100.000 AOL-Besucher aus Österreich, da die auf vielen Consumer-PCs
beigepackte AOL-Software auf AOL.de routet(e).
Klar, der AOL.at-Launch ist Teil einer internationalen Roll-Out-Strategie des AOL-Time-Warner-Konzerns, der professionell und kostengünstig einen Mix aus zugekauften News mit Entertainment aus dem Konzern-Fundus aufgepeppt und zusammen mit Web 2.0-Features wie Blogs schnell ein "Portal" zusammenstoppeln kann. Und somit ist auch Österreich im AOL-Businessplan abgehakt. Ob man am österreichischen Markt reussieren wird, spielt nicht wirklich eine Rolle, der Versuch ist es aber wert, denn die eigentliche AOL.at-Zielgruppe ist die Online-Werbewirtschaft, und hier wird in Zeiten des neuen Internet-Werbebooms auf Teufel komm raus gebucht und da kann ein zusätzliches Portal im Mediaplan beim Werbe-Kunden nur Eindruck schinden.