Conversion-Rate und ROI-Tracking im Online-Marketing
Bestimmung der Conversion-Rate und des Return-on-Investment von Internet-Werbung und Online-Marketing-Aktionen.
Eines der zentralen e-Commerce und Onlinemarketing-Themen ist das "Online Tracking" zur Bestimmung der Conversion-Rate ( Response-Rate, Umwandlungsrate, Kaufrate) und des daraus resultierenden ROI (Return-on-Investment) bzw. ROAS (Return on Advertising Spend). Darunter
werden alle Maßnahmen zusammengefaßt, die es ermöglichen, die
Performance von Websites/Webshops und Online-Werbemassnahmen zu messen
und zu ermitteln.
Beispiele:
- Wieviele Nutzer, die z.B. mit dem
Suchbegriff "Wein" auf den Online-Wein-Shop gelangt sind, haben
auch einen Kauf getätigt? Welcher Umsatz wurde dabei generiert?
- Wie verhalten sich die Kosten
pro Neukunden im Vergleich der getätigten Online-Werbemaßnahmen? Was
waren die erfolgreichsten Online-Werbe- und Vertriebsaktionen des
letzten Monats?
Im Gegensatz zu vielen
anderen Werbeformen lassen sich diese Fragestellungen im Medium
Internet exakt beantworten. Voraussetzung ist ein professionelles Tracking-Tool,
d.h. eine Software, die alle notwendigen Daten sammelt, auswertet und
so präsentiert, dass die Daten interpretiert werden
können. Das Ziel ist, so die künftigen Ausgaben und
Werbemassnahmen zu optimieren und die Kosten pro Neukontakt
oder Neukunde zu reduzieren.
Um den genauen
wirtschaftlichen Erfolg von Online-Marketing-Aktionen messen zu
können, muss man deren ROI berechnen. ROI steht für "Return on
Investment". Der ROI-Wert gibt an, welchen (finanziellen) Rücklauf die
Investition in eine bestimmte Aktion produziert.
Einer
der großen Vorteile im e-Commerce und Online-Marketing ist, dass sich
fast alle wichtigen Parameter messen lassen, so dass sich der ROI einer
Marketing-Aktion exakt berechnen lässt. Im Folgenden wird die Berechnung von Kennzahlen vorgestellt, die Schritt für Schritt zu einer ROI-Analyse führen:
1. Kosten pro 1.000 Kontakte (TKP oder CPM)
Im ersten Schritt wird
berechnet, wieviel eine Aktion pro 1.000 Werbe-Kontakte kostet. Dazu
werden die Kosten der Aktion (Bannerschaltung etc.) durch die Anzahl
der erzielten Werbe-Kontakte geteilt und mit 1.000 multipliziert.
Kostet eine Aktion beispielsweise 1.000 Euro und generiert
20.000 Werrbe-Kontakte, so beträgt der TKÜ 50 Euro, d.h. die Kosten pro
1.000 Werbe-Kontakte liegen bei 50 Euro. Bannerwerbung wird z.B.
überwiegend noch nach TKP abgerechnet.
2. Kosten pro Click (CPC: Cost per Click)
Im zweiten Schritt werden
die Kosten pro Click ermittelt. In diesem Fall werden die Kosten der
Aktion durch die Anzahl der erzielten Clicks geteilt. Damit
weiß ein Anbieter, was er pro User, der auf die Aktion reagiert, zahlt.
Kostet eine Aktion 1.000 Euro und clicken beispielsweise 2.000 User, so
beträgt der CPC 50 Cent.
Das Verhältnis zwischen
CPM und CPC gibt die Clickrate, auch "Click Through Rate" oder CTR
genannt, wieder. Beträgt der CTR-Wert wie im Beispiel oben 10% (d.h.
jeder zehnte Kontakt klickt), so liegt der CPM-Wert/1.000 (d.h.
die Aktionskosten pro Kontakt) entsprechend bei 10% des CPC-Wertes.
3. Kosten pro Bestellung oder Aktion(CPO: Cost per Order, CPX: Cost per Action)
Noch einen Schritt weiter
in Richtung ROI geht die Berechnung der Kosten pro Bestellung. Diese
Kosten lassen sich ermitteln, indem die Aktionskosten durch die Anzahl
der Bestellungen geteilt werden. Werden bei Werbekosten von 1.000 Euro
100 Bestellungen generiert, so liegt der CPO-Wert bei 10 Euro.
Das Verhältnis zwischen
CPC und CPO wird durch die Conversion-Rate, auch "Prospect Conversion
Rate" oder PCR genannt, bestimmt Der PCR-Wert gibt an, welcher
Prozentsatz der Reagierer tatsächlich etwas bestellt. Liegt der
PCR-Wert wie im Beispiel oben bei 5%, so beträgt entsprechend der
CPC-Wert 5% des CPO-Wertes.
Nicht immer geht es um Bestellungen,
sondern um bestimmte Aktionen, wie z.B. die Generierung von Leads.
Allgemeiner formuliert wird deshalb auch die Kennzahl Cost per Action
(CPX) verwendet.
4. Deckungsbeitrag I (DB I)
Der entscheidende Schritt
bei der ROI-Analyse ist die Berechnung des Deckungsbeitrags. Dieser
Schritt kann auch völlig unabhängig von den drei vorhergehenden
Schritten durchgeführt werden. Gewöhnlich macht es jedoch Sinn, alle
fünf Kennzahlen zu ermitteln, um ein umfassendes Bild der jeweiligen
Aktion zu erhalten und Schwachstellen (zum Beispiel eine schlechte
Conversion-Rate) identifizieren zu können.
Für die Berechnung des
Deckungsbeitrags muss zuerst die Anzahl der Bestellungen mit dem
durchschnittlichen Bestellwert multipliziert werden, um den Umsatz, den
die Aktion generiert, zu ermitteln. Von diesem Umsatz werden die dem
verkauften Produkt bzw. der Dienstleistung direkt zurechenbaren
(variablen) Kosten abgezogen. Bei diesen Kosten kann es sich
beispielsweise um die Kosten für Wareneinsatz, Material- und
Produktionskosten, Fertigungslöhne oder Versandkosten handeln.
Entscheidend ist der
Vergleich des DB I mit den Aktionskosten: Liegt der DB I über den
Aktionskosten, so wird ein positiver Deckungsbeitrag erwirtschaftet,
also einen Überschuss.
Beispiel: 100
Bestellungen generieren einen durchschnittlichen Bestellwert von 50
Euro, so dass der Gesamtumsatz bei 5.000 Euro liegt. Die direkt
zurechenbaren Kosten betragen 3.750 Euro, so dass der DB I bei 1.250
Euro liegt (also 25% des Umsatzes). Da dieser Wert höher als die
Aktionskosten von 1.000 Euro ist, erwirtschaftet die Aktion einen
positiven Überschuss.
5. Kapitalertrag (ROI: Return on Investment)
Vom DB I ist es nicht
mehr weit bis zum ROI: Der ROI-Wert gibt den prozentualen Kapitalertrag
auf das investierte Kapital (in diesem Fall die jeweiligen
Werbe-Aktionskosten) an. Dazu wird der Deckungsbeitrag durch die
Aktionskosten geteilt und mit 100 multipliziert, um den jeweiligen
Prozentwert zu erhalten. Eine Aktion mit einem ROI von 100% bedeutet
demnach, dass das investierte Kapital durch den erwirtschafteten
Deckungsbeitrag zu 100% wieder "zurück gekehrt" ist, d.h. der
Break-Even-Punkt erreicht wurde.
Deckungsbeitrag und
Return-on-Investment sind unmittelbar miteinander verknüpft: Bei einem
positiven Deckungsbeitrag liegt der ROI über 100%, und umgekehrt
beträgt der ROI bei einem negativen Deckungsbeitrag weniger als 100%.
Im oben aufgeführten Beispiel werden 1.000 Euro investiert, um 1.250
Euro zu erwirtschaften. Der ROI dieser Aktion liegt demnach bei 125%,
also deutlich über dem Break-Even-Wert von 100%.
Wichtig bei den hier
vorgestellten Deckungsbeitrag- und ROI-Analysen ist, dass in diesen
Berechnungen Nebenwirkungen wie Image-Gewinn, Folgebestellungen,
Cross-Channel-Shopping, Multiplikator-Effekte usw., die nicht oder nur
schwer messbar sind, völlig unberücksichtigt bleiben. Da diese Effekte
jedoch ebenfalls monetäre Auswirkungen haben, kann sich eine Aktion
mittel- und langfristig auch dann rechnen, wenn deren DB I unter
den Aktionskosten liegt bzw. der ROI etwas weniger als 100% beträgt.
6. ROAS - Return on Advertising Spend
In vielen Fällen macht es Sinn, den ROAS
(Return on Advertising Spend) als Kennzahl für die Kampagneneffizienz
zu verwenden.
ROAS = Umsatz / zurechenbare Werbekosten
Lesen Sie mehr zum Thema in Kennzahlen in der OnlineWerbung.
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